Weltweites Wachstum: +5 % Radverkehrim Jahr 2025
In den untersuchten Ländern nahm die Fahrradnutzung zwischen 2024 und 2025 um 5 % zu. Der Anstieg zeigt sich sowohl an Wochentagen als auch an Wochenenden kontinuierlich. Dieser Entwicklung bestätigt den internationalen Trend hin zu nachhaltiger Mobilität und einem aktiven Lebensstil. Nach einem Rückgang infolge der COVID-Pandemie zwischen 2020 und 2023 ist 2025 das zweite Jahr in Folge mit positivem Wachstum.

Fokus auf Deutschland: Mit einem Zuwachs von 6 % seit 2019 verzeichnet Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarländern ein moderates, aber stabiles Wachstum. Hinter dieser Entwicklung stehen jedoch regionale Unterschiede und zahlreiche lokale Initiativen - etwa der Ausbau von Radschnellwegen sowie die stärkere Integration des Fahrrads in kommunale und städtische Mobilitätsstrategie.
Führende Länder: Irland, Belgien und Schweden
Entwicklung des Fahrradverkehrs (2025 vs. 2019):
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Land |
Entwicklung 2019-2025 (Wochentage) |
Entwicklung 2019-2025 (Wochenende) |
Gesamtentwicklung |
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Belgien |
+59 % |
+46 % |
+56 % |
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Frankreich |
+54 % |
+51 % |
+53 % |
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Irland |
+14 % |
+42 % |
+22 % |
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Deutschland |
+4 % |
+9 % |
+6 % |
- Irland: +15 % im Jahr 2025, getragen von umfangreichen Investitionen (677 Mio. €) in den Ausbau eines nationales Radwegenetz.
- Belgien: +10 % im Jahr 2025 dank des BeCyclist-Plans und einer proaktiven Politik zur Fahrradregistrierung.
Wie lässt sich das moderatere Wachstum des Fahrradverkehrs in Deutschland erklären?
Mehrere Faktoren können den im Vergleich zu anderen europäischen Ländern geringeren Anstieg des Radverkehrs in Deutschland erklären.
Stagnierender Modalanteiltrotz großer Fahrradflotte
Deutschland verfügt bereits von einem sehr hohen Bestand (rund 79 Millionen Fahrräder im Jahr 2020, darunter etwa 7 Millionen E-Bikes). Dadurch fallen sogenannte „Nachholeffekte”, wie sie in anderen Ländern zu beobachten sind, naturgemäß geringer aus. Die Verkaufszahlen stiegen bis 2022 deutlich an, verzeichneten jedoch 2023 einen spürbaren Rückgang. Marktanalysen werten dies als Normalisierung nach einemaußergewöhnlichen Nachfrageboom während der Pandemie.
Ausgeprägterer „Rebound“-Effekt nach COVID
Ein Teil des aktuellen Wachstums in anderen Ländern ist als Fortsetzung des pandemiebedingten Fahrradboom zu interpretieren. In Deutschland hingegen scheint sich die Nutzung stärker wieder an das Niveau und die Gewohnheiten vor der Krise angenähert zuhaben.
Starke Verbreitung von E-Bikes, aber nicht ausschließlich im Alltagsverkehr
Der Markt für E-Bikes entwickelt sich weiterhin dynamisch und wird insbesondere durch Freizeit-, Gesundheits- und Komfortmotive getragen. Damit wird mit einem erwarteten Wachstum von rund 8 % pro Jahr über das laufende Jahrzehnt erwartet. Ein relevanter Anteil dieser E-Bikes wird jedoch primär für Freizeitaktivitäten genutzt und weniger zur Substitution von Autofahrten im Alltag. Dies begrenzt den Anstieg des täglichen Modalanteils des Fahrrads.
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