Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft eröffnete im Oktober 2023 die Seebrücke in Prerow. Mit einer Länge von 720 Metern und einem Investitionsvolumen von rund 46 Millionen Euro entwickelte sie sich innerhalb weniger Monate zu einer der Hauptattraktionen an der Ostseeküste. Laut lokaler Presse zog die Seebrücke kurz nach Eröffnung mehr als 100.000 Besucher an.
Doch die Seebrücke ist weit mehr als ein touristisches Highlight. Sie übernimmt zugleich eine zentrale Funktion für die Sicherheit auf See: Als wichtiger Stützpunkt für Rettungseinsätze muss sie auch bei hohem Besucheraufkommen jederzeit für Einsatzfahrzeuge zugänglich bleiben. Für die Parkverwaltung wurde es daher unerlässlich, die Fußgänger- und Radfahrerströme präzise zu erfassen. Nur so lassen sich potenzielle Engpässe frühzeitig erkennen und ein reibungsloser Ablauf von Rettungsmaßnahmen auch bei Spitzenbelastungen sicherstellen.
Die Herausforderungen für den Park waren vielfältig und eng miteinander verknüpft:
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, entschied sich der Park für die fortschrittliche KI-basierte Zähllösung CITIX-AI Evo von Eco-Counter. Die Anforderungen waren hoch: eine präzise Unterscheidung zwischen Fußgängern, Radfahrern und Dienstfahrzeugen, die Bereitstellung von Echtzeitdaten sowie eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber den anspruchsvollen Licht- und Wetterbedingungen eines Küstengebiets.
In der Praxis erfüllten die ersten Installationen diese Erwartungen jedoch nicht sofort. Die Ausrichtung der Sensoren gegen die Sonne und die starken Reflexionen des Wassers führten zu Fehlklassifizierungen: Fußgänger wurden teilweise als Radfahrer erkannt, sogenannte „Geisterfahrzeuge“ tauchten in den Daten auf, und einzelne Unterbrechungen machten sogar einen Neustart aus der Ferne erforderlich.
An diesem Punkt zeigte sich der eigentliche Mehrwert von Eco-Counter. Das Unternehmen agierte nicht nur als Sensorlieferant, sondern mobilisierte seine gesamte Begleit- und Betreuungskette:
Der Park verfügt heute über präzise Echtzeitdaten zu den Besucherströmen auf der Seebrücke. Die Analysen zeigen beispielsweise, dass die Spitzenwerte an Wochenenden regelmäßig zwischen 1.500 und 1.600 Besuchern liegen. Diese Erkenntnisse ermöglichen es den Parkverwaltern, gezielt Zugangskorridore zu planen, die motorisierten Rettungskräften vorbehalten sind, Patrouillenzeiten festzulegen und potenzielle Überlastungssituationen frühzeitig zu antizipieren.
Die gewonnenen Daten dienen zudem als fundierte Grundlage für konkrete Maßnahmen vor Ort: Dazu zählen die Installation einer verstärkten Beschilderung, klarere Hinweise für Besucher sowie spezielle bauliche oder organisatorische Vorkehrungen, um die Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen selbst in stark frequentierten Bereichen jederzeit sicherzustellen.
Nicht zuletzt hat das Projekt auch die Zusammenarbeit zwischen dem Park und Eco-Counter nachhaltig gestärkt. Die Verantwortlichen heben insbesondere die hohe Reaktionsfähigkeit des Supports sowie die Fähigkeit der Teams hervor, zuzuhören, sich anzupassen und Lösungen gemeinsam langfristig weiterzuentwickeln.
In einem Umfeld, in dem Notfall- und Sicherheitsaspekte im Vordergrund stehen, werden Daten zu einem unverzichtbaren Werkzeug. Sie dienen nicht nur der reinen Zählung, sondern ermöglichen es, den Zugang für Rettungskräfte sicherzustellen und Risiken durch Überfüllung frühzeitig zu erkennen und zu antizipieren.
Vertrauen entsteht durch Transparenz und schrittweise Verbesserung. Dazu gehört, anfängliche Schwächen früh zu identifizieren, Fortschritte offen zu teilen und Korrekturmaßnahmen klar zu kommunizieren. Auf diese Weise lassen sich langfristige und belastbare Kundenbeziehungen aufbauen.
Die langjährige Partnerschaft zwischen Eco-Counter und dem Park hat genau diese Iterationen ermöglicht. Sie verdeutlicht, was Kundenbetreuung in einem anspruchsvollen Markt wirklich bedeutet: nicht nur ein Produkt zu liefern, sondern eine verlässliche Dienstleistung über die Zeit hinweg sicherzustellen.
Schließlich erinnert dieses Projekt an eine zentrale Erkenntnis: Hohe Investitionen in Infrastrukturen – wie diese 720 Meter lange Seebrücke – entfalten ihren vollen Wert nur dann, wenn sie von einem konsequenten Management der Verkehrsströme und robusten Sicherheitsprotokollen begleitet werden.
Titelbild: © C. Roedel
Bild Ranger: © K. Bärwald