Was 2025 noch wie ein symbolischer Rekord wirkte, wurde Anfang 2026 offiziell bestätigt: Der Radverkehr in Köln wächst nicht nur punktuell, sondern auf breiter Basis. Köln erlebt nicht nur 2025, sondern auch schon Anfang des Jahres 2026 einen wahren Fahrradboom. Ein Trend, der nicht nur die Mobilitätswende vorantreibt, sondern auch das Stadtbild verändert. Der beeindruckenden Wendepunkt: Es wurden wiederholt auf einer der Hauptverkehrsachsen mehr Fahrräder als Autos gezählt.
Laut der Stadt Köln wurden allein im ersten Halbjahr 2025 an den 21 Dauerzählstellen rund 10,44 Millionen Radfahrten gezählt. Besonders stark frequentiert waren die Zählstellen an dem Hohenzollernring, auf der Universitätsstraße und der Venloer Straße.
Am 12. Mai 2025 verzeichnete die Dauerzählstelle am Hohenzollernring einen absoluten Rekord: ca. 11.300 Radfahrende gegenüber 10.600 Autofahrenden. Ein symbolträchtiger Moment, der zeigt, wie stark sich das Mobilitätsverhalten in Köln verändert hat. Seitdem gab es noch 17 weitere Tage, an denen die Zahl des Radverkehrs höher als die des Autos war. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden an den Zählstellen 12 % mehr Radfahrende gezählt. Besonders positiv auffällig: An 42 Tagen im ersten Halbjahr überschritt die Zahl der Radfahrenden am Hohenzollernring die Marke von 10.000 Zählungen.
Die offizielle Jahresbilanz, die die Stadt Köln am 8. Januar 2026 veröffentlicht hat, bestätigt diese Entwicklung nun für das gesamte Jahr. Demnach wurden 2025 an allen Kölner Dauerzählstellen insgesamt 25.299.187 Radfahrende erfasst. An den Zählstellen, die bereits 2024 in Betrieb waren, entspricht das einem Zuwachs von 6 Prozent. Der Hohenzollernring war mit 2.838.584 Radfahrenden die am stärksten frequentierte Zählstelle in Köln. Dort wurde an 13 Tagen die Zahl der Radfahrenden höher als die der Autofahrenden gemessen. Auf Platz zwei lag die Universitätsstraße mit 1.901.150 Radfahrenden, gefolgt von der Venloer Straße mit 1.898.167 Radfahrenden.
Auch Anfang 2026 zeigte sich, wie stark das Fahrrad inzwischen im Kölner Alltagsverkehr verankert ist. Während der KVB-Streiks im Februar und März wurden an mehreren Dauerzählstellen im Stadtgebiet deutliche Zuwächse im Radverkehr registriert. Nach Auswertungen des VCD waren die Streiktage in den Zähldaten klar erkennbar: Am Hohenzollernring wurden jeweils mehr als 5.000 zusätzliche Fahrräder gezählt, und auch an Einfallstraßen wie der Venloer Straße, der Zülpicher Straße zeigten sich ähnliche Ausschläge. Radio Köln berichtete für den 2. Februar 2026 allein an der Kalker Hauptstraße von 363 Prozent mehr Fahrrädern als an einem durchschnittlichen Werktag. Gleichzeitig blieb der Autoverkehr nahezu konstant. Das spricht dafür, dass viele Menschen während des eingeschränkten ÖPNV kurzfristig auf das Fahrrad umgestiegen sind – ein weiterer Hinweis darauf, wie relevant belastbare Zähldaten für die Einordnung von Mobilitätsveränderungen in Köln sind.
Auf anderen Pendlerstrecken steigt das ebenfalls Radaufkommen kontinuierlich. Denn das Fahrrad wird nicht nur in der Freizeit verwendet, sondern auch immer mehr in den Alltag integriert. Die Stadt plant daher, die Zahl der Dauerzählstellen weiter auszubauen, um gezielter in die Infrastruktur investieren zu können. Auch die Integration in den ÖPNV wird verbessert: mit mehr Fahrradstellplätzen an Bahnhöfen und der Möglichkeit, Räder in Straßenbahnen mitzunehmen.
Mehr Radverkehr bedeutet weniger CO₂, weniger Lärm und eine höhere Lebensqualität in der Stadt. Köln zeigt, wie eine moderne, nachhaltige Mobilität aussehen kann. Der Umstieg aufs Rad ist nicht nur möglich, sondern auch attraktiv!
Die Zahlen sprechen für sich. Köln hat die Möglichkeit, eine echte Fahrradstadt zu werden. Und wir von Eco-Counter sind stolz, diesen Wandel mit Daten sichtbar zu machen.
Titelbild: © Dieter Jacobi | KölnTourismus GmbH